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Dies berichtete Michael Flesch, Geschäftsführer des Immobilienentwicklers Bouwfonds MAB Development, bei einer Baustellenbesichtigung des Projekts „Frankfurt Hoch Vier“. Dabei entstehen an der Zeil ein Hotel- und ein Büroturm sowie eine große Einkaufspassage.
Eröffnung von „Frankfurt Hoch Vier“ im Februar 2009
Der neue Gebäudekomplex auf dem ehemaligen „Rundschau“-Areal, der vom Berliner Architektenbüro Langhof geplant wird, soll aus zwei Teilen bestehen. In dem niedrigeren Teil sollen Wohnungen errichtet werden; diese lägen dann neben dem Palais Thurn und Taxis, das an der Großen Eschenheimer Straße wiederentstehen soll. Für den zweiten, höhergeschossigen Teil entlang der Stiftstraße sind Büros geplant. Im Erdgeschoss und im ersten Stock beider Teile sollen Einzelhändler einziehen. Wann genau mit dem Bau des Komplexes begonnen wird, hängt davon ab, wann „Frankfurt Hoch Vier“ fertig ist: Derzeit wird das Grundstück als Rangier- und Lagerfläche für die Großbaustelle benötigt.
Über den Zeitpunkt der Eröffnung der Einkaufspassage hatte es zuletzt Diskussionen gegeben. Ursprünglich hieß es, sie solle am 10. September 2008 eröffnet werden. Dann hatte Projektentwickler Bouwfonds unverbindlicher von Herbst 2008 gesprochen. Zuletzt hatte es geheißen, die Eröffnung verschiebe sich auf Februar 2009.
Flesch, seit Januar neuer Geschäftsführer der Bouwfonds MAB Development, äußerte sich dazu nicht eindeutig. Einerseits sagte er, es gebe „derzeit keine Verzögerung“ und die Bauarbeiten liefen „sehr gut“; andererseits berichtete er von Gesprächen mit der Stadt, die in den nächsten Wochen noch zu führen seien. Erst danach werde er einen endgültigen Eröffnungstermin nennen.
Gastronomie im Palais Thurn und Taxis
Flesch bezeichnete es als „Idealsituation“, wenn die Arbeiten am Projekt „Frankfurt Hoch Vier“ mit dem Abschluss der Arbeiten zur Umgestaltung der Zeil „synchron abgestimmt“ und dann „synchron fertig“ würden. Das würde eine Verschiebung bis zum Frühjahr bestätigen, denn seit kurzem steht fest, dass sich auch der Zeilumbau verzögern wird. Zumindest der Abschnitt zwischen Hauptwache und Konstablerwache wird nicht – wie ursprünglich geplant – im Herbst 2008 fertig sein, sondern später.
Flesch, der mit Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) und Verkehrsdezernent Lutz Sikorski (Die Grünen) die Baustelle besichtigte, sprach ferner über die Auslastung der Flächen von „Frankfurt Hoch Vier“. So seien für die Einkaufspassage 45 Prozent der Fläche vergeben; bis September würden es 60 Prozent sein. Im Büroturm dagegen seien 25 bis 30 Prozent der Flächen vermietet. Bei der Suche nach einem Betreiber des Hotels sei man zudem „relativ weit“, sagte er.
Für das Palais Thurn und Taxis, ein spätbarockes Gebäude, das auf dem Gelände an der Großen Eschenheimer Straße wiederentstehen soll, ist das Unternehmen laut Flesch mit drei Betreibern für einen hochwertigen Restaurantbetrieb im Gespräch. Die Gastronomie werde vor allem im Erdgeschoss untergebracht. Außerdem werde es im Palais einen Veranstaltungsraum geben.
Die Stunde der Goldgräber
Von "Goldgräber-Stimmung" spricht Alfred Gangel, der Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes. Ein Millionen-Poker ist entbrannt um die ersten Flächen für neue Wohn-Hochhäuser in Frankfurt. Die Stadt hat sich viel vorgenommen. "Wir wollen das Konzept der 60er Jahre genau umkehren", sagt Dieter von Lüpke, Leiter des Stadtplanungsamtes. Damals entstanden überall in Deutschland an der Peripherie der Städte Siedlungen mit Wohn-Hochhäusern. "Vertikale Plattenbauten" nennt sie Peter Cachola Schmal, der Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt, heute - und beklagt ihren "schlechten Ruf".
Jetzt will Frankfurt dem Wohn-Hochhaus als Bauform in Deutschland zur Renaissance verhelfen. "Wir wollen neue Wohn-Hochhäuser nicht mehr am Stadtrand, sondern im Zentrum der Stadt", so von Lüpke. Frankfurt müsse Modell für andere Städte sein. Es gelte, "neues, hochwertiges Wohnen in Hochhäusern" zu entwickeln und "die Frankfurter Innenstadt als Wohn-Standort zu stärken". Bald wird Frankfurts Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) die Vorlage für den neuen Hochhaus-Rahmenplan der Stadt präsentieren, an dem das Team um von Lüpke arbeitet. Dieser Plan wird den ersten Standort für zwei neue Wohn-Hochhäuser in der City ausweisen: die etwa 3600 Quadratmeter großen Grundstücke Stiftstraße 32, Katzenpforte 3 und Bleichstraße 55-57 nahe des Eschenheimer Turms. Sie gehören der Stadt.
Die Tage des Kino-Zentrums Turm-Palast am Eschenheimer Tor sind gezählt. 2010 will der Gebäude-Besitzer den Kino-Betrieb beenden und sich an der Entwicklung von zwei Wohnhochhäusern auf dem Areal beteiligen. Diese Türme sieht der neue Hochhaus-Rahmenplan vor.
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Frankfurt - Gert Rieche ist als Immobilien-Fachmann und Hausbesitzer ein eher nüchterner Mensch. Und doch entfährt ihm das Wort "sensationell" angesichts der jüngsten Entwicklung. Der neue Hochhaus-Rahmenplan der Stadt Frankfurt, der jetzt intern der schwarz-grünen Römer-Koalition vorgestellt wurde, sieht vor, dass auf dem Grundstück des Kino-Zentrums Turm-Palast am Eschenheimer Turm zwei Wohnhochhäuser entstehen sollen. Was viele Kinoliebhaber in Frankfurt bedauern werden, ist für Rieche eine gute Nachricht: "Diese Projektentwicklung ist vernünftig - wir werden uns in jedem Fall daran beteiligen."
Rieche ist Sprecher einer Wiesbadener Beteiligungs-Gesellschaft, der das Gebäude aus den 50er Jahren gehört. Das Grundstück ist im Besitz der Stadt Frankfurt. Der Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes, Alfred Gangel, drang darauf, dass die Flächen Hochhaus-Standort im neuen Hochhaus-Rahmenplan der Stadt werden. "Wir wollen diese Grundstücke schon länger vermarkten", sagt Gangel und bedankt sich ausdrücklich bei Planer Jochem Jourdan, dem Autoren des Hochhaus-Rahmenplanes.
Insgesamt sind drei städtische Flächen für Hochhäuser vorgesehen: Stiftstraße 32, Katzenpforte 3 und Bleichstraße 55-57. Insgesamt hält die Stadt laut Gangel hier rund 3600 Quadratmeter Fläche.
Außerdem könnten die benachbarten Grundstücke Stiftstraße 36 und Große Eschenheimer Straße 20 in die Projektentwicklung einbezogen werden, die anderen privaten Eigentümern gehören. Rieche besitzt bis zum Jahre 2010 einen Mietvertrag mit der Lübecker Kieft-Gruppe über das Kino-Zentrum. Den Vertrag will er auslaufen lassen.
Die städtische Bauaufsicht will so lange auch den Kino-Betrieb noch dulden, freilich nur, wenn der Eigentümer die bereits begonnene Sanierung fortsetzt, die der Sicherheit und dem Brandschutz dient. Rieche hat hier nach eigenen Worten bereits eine hohe sechsstellige Summe investiert.
Bau- und Wohnungsdezernent Franz Zimmermann (FDP) nannte im Gespräch mit der FR den Bau der Wohnhochhäuser sinnvoll. "Es ist erstaunlich, dass Menschen immer weniger Scheu haben, in Hochhäusern zu wohnen. Dass wir Wohnhochhäuser in der Innenstadt bauen, halte ich für richtig", sagte Zimmermann.
Der FDP-Politiker bekennt sich zu dem Motto: " Menschen rein in die Innenstadt! "Es brauche in der City Leben auch nach Geschäftsschluss." Die Frankfurter Innenstadt sei sehr attraktiv und werde durch das neue Zeil-Einkaufszentrum noch attraktiver werden.
Eröffnung als "Ufa-Palast"
Das Kino-Zentrum am Eschenheimer Turm besitzt eine lange Tradition. 1929 war dort der "Ufa-Palast Groß-Frankfurt" eröffnet worden. Er wurde bei einem Bombenangriffen der Alliierten zerstört. Am 30. März 1950 wurde der neue Turm-Palast eröffnet. Der letzte Umbau des Gebäudes nach dem Entwurf der Architekten Schlempp, Hebebrand und Schweitzer erfolgte Anfang der 80er Jahre. Es kamen damals fünf Kinosäle hinzu.
Der Turm-Palast zeigt heute Originalversionen englischsprachiger und andere fremdsprachiger Filme. Der Kinokomplex Er war bis zum Jahre 2004 auch Veranstaltungsort für das "Fantasy-Filmfest" in Frankfurt, das danach ins Metropolis verlegt wurde. Claus-Jürgen Göpfert
Quelle: Frankfurter Rundschau, 16.03.07